KK/043 Linguistik & Geheimsprachen

Es wird Zeit, die am Eingang er­wähn­te Affinität zum Metagaming tief­grün­dig aus­zu­bau­en. Inspiriert aus dem rea­lem Zeitgeschehen un­se­rer Geschichte und der Neuzeit, wer­de ich dem Kalkül der durch den Spieler Antariens selbst schrei­ben­den Geschichten, ih­nen mäch­ti­ge Instrumente für die Verwirklichung ih­rer Strategien mit auf dem Weg ge­ben.

Core Engine Modul: Kommunikationskanäle & Informationsaustausch

Abbildung 43.1: Integral Component (Core): Kommunikationskanäle & Informationsaustausch

Aber ge­hen wir zu­erst ei­nen Schritt zu­rück und son­die­ren die üb­li­che Lage in hie­si­ge MMOs. Dabei spielt die klas­si­sche Kommunikation ei­ne es­sen­ti­el­le Bedeutung und Textfenstermit Chats, fül­len da­bei je­den Screenshot in na­he zu je­dem Spiel. Dabei fra­ge ich mich, wie ein Spiel im mit­tel­al­ter­li­chem Setup hät­te in Echtzeit kom­mu­ni­zie­ren sol­len? Die klas­si­sche Telegrafie war noch lan­ge nicht er­fun­den. Textfenster sind be­quem ein­fach in Spielen zu eta­blie­ren, man muss sich über die »Spielarten der Kommunikation« kaum Gedanken auf der Basis ma­chen. Zudem öff­nen sie jed­we­der Form von »Spammern« Tür und Tor, ih­re ge­dank­li­chen Ergüsse, als »Goldseller«, »Griefer« oder »Hater«, auf die er­schaf­fe­nen Welten pos­tu­lie­ren zu kön­nen. Eine Immersion ist so kaum bis über­haupt nicht mög­lich. Ungeachtet des­sen, wird durch den Spieler im­mer der ge­rings­te Widerstand, bei der Umsetzung von Intentionen ge­gan­gen. Bedeutet, war­um soll ich auf­wän­dig in­stal­lier­te Mechanismen nut­zen, wenn ich doch mei­ne Waren simp­le, über ei­nen glo­ba­len Chat im Spielverkaufen könn­te? Wir wol­len aber ein Spiel mit Tiefgang und kom­ple­xer Möglichkeiten er­schaf­fen, da­her passt das Konzept von Textchats nicht in Antares Open World. Wie kann dann ein Spiel so glo­ba­le und kom­ple­xe Kanäle der Kommunikation und de­ren Flüsse er­schaf­fen? Grundsätzlich be­die­nen wir uns hier der be­reits an­ge­spro­che­nen Mechanismen aus der Kernkompetenz »Soziales Gefüge& Kommunikation«.

Es gilt nun der Etablierung au­then­tisch dem AOW Konzept, treue und pas­sen­de Kanäle zu in­stal­lie­ren. Gerade in Hinblick auf das Metagaming, der düs­te­ren und dunk­len Welt Antariens, der ge­hei­men Machenschaften eli­tä­rer Kreise, müs­sen wir über die von »Schattenmächten« und »Geheimbünden« ge­präg­ten an­t­a­ria­ni­schen Welt, mit­tie­fer Immersion nach­kom­men und ge­recht wer­den. Die »glo­ba­le Kommunikation«, soll ei­nes der we­sent­li­chen zu er­spie­len­den »Machtinstrumente« wer­den. Dabei spielt das er­lang­te Wissen, die »Authentizität der Quellen«, die ent­schei­den­de Rolle. Schnelle ge­si­cher­te, ver­schlüs­sel­te und als au­thent qua­li­fi­zier­te Kommunikation ist da­her der es­sen­ti­el­le Baustein, der Antarien zu ei­ner pa­ra­noi­den, miss­traui­schen fast schi­zo­phre­nen in Verschwörung ver­strick­ten und ge­präg­ten Welt ma­chen wird. Von Verfolgungsängsten und Verfolgungswahn ge­präg­te Charaktere wer­den die Abgründigkeit Antariens durch ver­zerr­te Wahrnehmungen der si­tu­ier­ten Umgebung in Richtung ei­ner feind­se­li­gen Haltung ih­rer selbst ge­gen­über, un­ter­ma­len. Die Folgen wer­den durch »Reverse eta­blier­te Entscheider Kriterien«, in Form von ängst­li­chem oder ag­gres­si­vem Misstrauen, bis hin zur Überzeugung von Verschwörungstheorien an­de­rer ge­gen sich, in ex­trem bös­ar­tig ver­fol­gen­den spie­le­ri­schen Wahrnehmungen sti­lis­tisch über das Game Design aus­ge­prägt wer­den. Der Reiz wie­der in die Welt Antariens ein­zu­tre­ten, und im Glauben als »Entscheider Antariens«, und nicht als »Marionette der Macht« un­wis­send zu agie­ren, wird die­se Spielarten der Kommunikation den ent­schei­den­den »Cui Bono« Effekt ver­lei­hen.

»Die Steganographie (auch: Steganografie) ist die Kunst oder Wissenschaft der ver­bor­ge­nen Speicherung oder Übermittlung von Informationen in ei­nem Trägermedium (Container). Das Wort lässt sich auf die alt­grie­chi­schen Bestandteile ste­ga­nos »be­deckt« und graph ein »schrei­ben« zu­rück­füh­ren, be­deu­tet al­so wört­lich »be­deckt schrei­ben« bzw. »ge­hei­mes Schreiben« | Gil02 | »Kryptographie bzw. Kryptografie (alt­gr. kryptos »ver­bor­gen«, »ge­heim« und »schrei­ben« ) war ur­sprüng­lich die Wissenschaft der Verschlüsselung von Informationen« | Vul02 |

Zudem ein Entzug sich aus dem Bannbefreien zu wol­len, durch das Zeitalter von Smartphones und glo­ba­ler me­dia­ler Vernetzung, die Affinität durch Sendung stän­di­ger »Telemetrie Daten« der hier ei­gens er­schaf­fe­nen und kon­stru­ier­ten Welt, die Immersion noch rea­lis­ti­scher kon­sta­tie­ren wird. API Schnittstellen der Kommunikation zu Jabber, Chaträumen, Facebook, Twitter, Instagram & Co wer­den auch weit­rei­chen­de Metagaming Ausbreitungen, au­ßer­halb von Antarien in­iti­ie­ren und ver­netzt eta­blie­ren. Um nun gleich kon­kret zu wer­den, be­nö­ti­gen wir aber noch ein klei­nes ty­pisch ge­präg­tes »Infiltrationsszenario« ei­ner kon­tra­hie­ren­den Gruppierung. Nehmen wir an, ein Geheimbund möch­te mit sei­nen »Infiltratoren« vgl. Agenten in feind­li­chen Gebieten kor­re­spon­die­ren, so be­nö­ti­gen sol­che Operationen nun ent­spre­chen­de Kommnunikationskanäle. Kanäle wel­che zum ei­nen ab­hör­si­cher sind, zum an­de­ren aber auch schnell Informationen zum Beispiel bei Gefahr trans­por­tie­ren kön­nen. Dabei wer­den wir si­che­re und un­si­che­re Kanäle der Kommunikation eta­blie­ren. So wie bei der Dedizierender Berufe, folgt das Konzept auch hier, dem Einsatzweckbestimmend, der Wahl des vor­teil­haf­ten Kanals.

So kön­nen be­stimm­te Kanäle durch Einsatz von »Steganographie1« und »Kryptographie2«, ent­spre­chen­de Informationen ge­gen­über Dritten ver­bor­gen wer­den. Die Information so bei ei­ner Betrachtung durch das Trägermediums, durch den Kontrahenten kei­nen Verdacht ge­schöpft wer­den kann. Da wir wie oben be­reits be­schrie­ben, kei­ne klas­si­schen Chat Systeme in Antarien eta­blie­ren wer­den, be­die­nen wir uns mit seit der Antike zum Teil be­kann­ten Mechanismen, wie »Geheimsprachen«, »Numerologien«, »Nomenklaturen«, »Chiffren«, »po­ly­al­pha­be­ti­scher und po­ly­pho­ner Substitution«, »OneTimePad« Techniken, op­ti­sche Telegrafie und »Zahlensendern mit ih­ren Jammern zur Vereitelung«. Dieses Repertoire in sei­ner Umsetzung, fin­den wir in »Tattoos« zum Beispiel auf der Kopfhaut, in Verschleierung durch das Nach 143wachsen von Haaren, durch »ge­hei­me Symboliken« und »Stenogrammen«, durch auf Holz ge­brann­te »Codebücher« in Bienenwachs ge­tränk­te Waben im Beruf des Imkers, als »Bibelcode« im Postulat von Sektierern, als auch durch das »Brieftaubenprinzip«, Nachrichten in Ferne Gebiete zu ent­sen­den.

Mystische Bauwerke wie »Stonehenge« oder gänz­lich in Hochtechnologie kon­zi­pier­ter »Steinbauten« oh­ne Eingänge, wel­che über den ge­sam­ten Kontinent von Südafrika zum Beispiel ver­teilt ge­fun­den wur­den, ver­set­zen die heu­ti­gen Entdecker in ab­so­lu­tes er­stau­nen. Die so ge­nann­te »Ubuntu« Bewegung | Mic15 | vgl. »Eine Welt oh­ne Geld« als »Kontributionssystem«, sei hier in die­sem Zusammenhang zu er­wäh­nen. Auf ers­ten Schätzungen ba­sie­rend, wur­den über 20. 000 sol­cher Kreise ge­fun­den. Die spä­te­re Verifizierung über »Google Earth« kon­sta­tier­te dann, je­doch über 10Millionen sol­cher Steinbauten. Durch Konstruktion und Anordnungen, so­wie durch ei­ne Konnektierung gra­ben­ähn­li­cher und ver­bun­de­ner Kanäle al­ler Steinbauten wur­de nach­ge­wie­sen, dass akus­ti­sche Signale durch Schwingungen, da­bei er­zeugt wer­den. Heute wird ver­mu­tet, dass die­se für die Begründung ei­nes gi­gan­ti­schen auf »Polyphonie« be­grün­de­tem »Kommunikationsnetzwerkes« vgl. Telegrafie, er­baut wur­den und auf Basis »Klang als Quelle von Energie« als syn­er­ge­ti­sche Energiezentren vgl. Kraftwerke, zu deu­ten sei­en. Diese Anzeichen ei­ner ver­schwun­den und hoch ent­wi­ckel­ten Zivilisation, wel­che auf ers­ten Schätzungen auf weit über 300. 000 Jahre zu­rück da­tiert wer­den kön­nen, of­fen­ba­ren sich eben­so in den al­ten su­me­ri­schen Texten. Steinbauten, die al­lei­ne auf­grund ih­rer ge­wal­ti­gen Größe ver­teilt über ei­nen ge­sam­ten Kontinent, uns heu­te in ab­so­lu­tes Staunen ver­set­zen. Antares Open World in­spi­riert sich aus die­sem an­ti­ken Gedankengut, und eta­bliert sol­che an­ti­ken Netzwerke in ganz Antarien.

Die Kreativität wird durch die Kernkompetenz der »Kombinatorik« ei­nen man­nig­fal­ti­gen Vorrat an Möglichkeiten of­fen­ba­ren. Eine Kommunikation in die ent­le­gens­ten Gebiete muss sys­te­ma­tisch, ge­nau­so wie die Logistik ei­nes Dorfes, Bundes, Clans oder Allianz zum Beispiel durch »Nummernsender« auf­ge­baut wer­den. »Wissen ist Macht« nicht nur im Spiel. Die Enttarnung von im ge­hei­men ope­rie­ren­den »Infiltratoren«, muss um je­den Preis ge­wahrt blei­ben. Zu wich­tig und de­nun­zie­rend wä­ren die po­li­ti­schen Folgen, ei­nen nach au­ßen­be­kann­ten Freund ei­nes Konglomerates, Allianz etc. aus­zu­spio­nie­ren und zu in­fil­trie­ren. Denn wir soll­ten ei­nes nicht ver­ges­sen, al­les aber auch wirk­lich al­les in Antarien hat sei­nen Preis, sei­ne Konsequenz be­grün­det in den Kernkompetenzendes »Konsequentialismus« und im »Schmetterlingseffekt«. Bist du breit die­sen Preis auch zu zah­len? Abschliessend möch­te ich auf die schon mehr­fach er­wähn­ten »Zahlensender1« auf­merk­sam ma­chen, wel­che wir uns in Antarien zum Zwecke des Kommunikationsflusses zu Nutze ma­chen wer­den. Zu Zeiten des kal­ten Krieges ha­ben die Geheimdienste der Herren Länder, so ver­schlüs­sel­te Botschaften an ih­re Agenten über Kurzwelle in Form von chif­frier­ten Nummernfolgen, in die ent­le­gens­ten Orte der Erde ent­sen­den kön­nen.

Zumeist ein­lei­tend mit ei­nem Agentencode, folg­ten dann die ei­gent­li­chen Botschaften an den Agenten. Dies könn­ten Anweisungen, Warnungen, Dispositionen, Treffpunkte, oder wich­ti­ge stra­te­gi­sche Informationen sein. Daes viel zu auf­fäl­lig ge­we­sen wä­re, hier spe­zi­el­le Techniken durch den Agenten mit­zu­füh­ren, strahl­te man eben die­se Signale über Kurzwelle aus. Empfang fä­hig durch ein ein­fa­ches Radio, konn­ten so oh­ne Verdacht zu schöp­fen, al­le aus­län­di­schen Agenten in­stru­iert wer­den. Diese Methodiken exis­tie­ren noch heu­te durch die hie­si­gen Geheimdienste und Botschaften, ins­be­son­de­re bei geo­po­li­ti­schen Krisen kann man als Amateurfunker ein star­kes auf­kom­men, sol­cher Botschaften emp­fan­gen. Zahlensender be­kom­men zu­meist von ih­ren Beobachtern dann Spitznamen, die von be­son­de­ren Eigenheiten der Sender ab­ge­lei­tet wer­den. Hierzu ge­hört zum Beispiel der »Lincolnshire Poacher«, ei­ner der be­kann­tes­ten Zahlensender, man ver­mu­tet den bri­ti­schen GeheimdienstMI6 da­hin­ter. Um nun zu er­ken­nen, dass die­se Technologie selbst für ein an­ti­kes Zeitalter nicht im Widerspruch steht, möch­te ich noch wei­ter in die Vergangenheit ge­hen und auf­zei­gen, dass sein kleins­ter Weise un­ab­hän­gig ist, nach neus­ten Erkenntnissen der Forschung, be­reits Fernmeldesysteme auf Basis von po­ly­pho­ner Nachrichten Übermittlung exis­tier­ten. Wir fol­gen hier der Kernkompetenz durch »Rückdatierung« von »Hochtechnologie im Schöpfungsprozess«.

»Zahlensender sind Kurzwellen Radiosender, die Zahlen oder Buchstabenreihen, po­ly­pho­ne Töne und fer­ner Daten über­tra­gen. Oftmals han­delt es sich da­bei um Fünfergruppen von Ziffern, die bei man­chen Sendern wie­der­holt wer­den, ehe die nächs­te Fünfergruppe vor­ge­tra­gen wird. Bis in die1980er Jahre hin­ein wur­den die­se oft von ei­ner Person im Studio vor­ge­le­sen, aber auch schon, wie heu­te üb­lich, von com­pu­ter­ge­ne­rier­ten oder vom Band ge­spiel­ten Stimmen« | Pan06 |