KK/063 Unterwasserwelt (Sudden Drop)

Von den tief im Ozean schlum­mern­den Kreaturen, bis hin zu den fas­zi­nie­ren­den leuch­tend schim­mern­den Korallenbänken, ist das atem­be­rau­ben­de azur­blaue Meer die Heimat der »Lupus«. Es wird nach­ge­sagt es fär­be sich blut­rot und ver­än­de­re die Farbe, die gan­ze Physis der See seih ge­türmt, wenn es un­er­bitt­lich und er­wa­chend zu­schlägt. Die Seefahrer und Nautiker Antariens spre­chen von »Ma’ra sar Nee’h« der »le­ben­di­gen und bös­ar­ti­gen See«. Man weiß we­nig über die Lupus, sie schei­nen die Bewacher, die Beschützer, die as­tra­len Wesen und Wächter der See zur sein.

Core Engine Modul: Antares Submarine Environment (A/SMENV)

Abbildung 63.1: Integral Component (Core): Antares Submarine Environment (A/SMENV)

»Wir müs­sen die un­end­li­chen Tiefen der Meere Antariens ver­ste­hen, und wir ver­ste­hen un­se­re grau­sa­me Bestimmung als Teil die­ser düs­te­ren Welt« Mh’elo Tha, Vordenker Antariens, und im ei­si­gen Winter »Mesodans« des Jahres »RAL 23. 10. 0. 3. 15. 7« vgl. »SURA 17. 2. 30«, auf dem Scheiterhaufen ver­brannt. Alles Leben braucht Wasser, wir be­stehen zu über 90% aus die­sem es­sen­ti­el­lem Elixier des Lebens. Ebenso ent­hält un­ser Organismus im Blutkreislauf al­le 84 Elemente, wel­che auch über dem ge­sam­ten Globus in den Ozeanen un­se­rer ir­di­schen Weltmeere wie­der zu fin­den sind.

»Für je­den un­gläu­bi­gen ver­stor­be­nen Bewohner Antariens, so er­wach­tet ein tran­szen­den­ter Lupus, in ih­rer ma­ni­fes­tier­ten Seele ih­rer selbst«

Sind sie ru­he­lo­se Geister? Sind sie die Heimat die­ser Untoten doch le­ben­di­gen See? Ich den­ke die Idee ist gut, aber für ei­nen Epos wie »Antares Open World« in sei­ner Komplexität, noch viel zu ein­fach ge­strickt. In den mit­tel­al­ter­li­chen Gedanken der Bewohner Antariens, ver­brei­tet sich je­doch ge­nau die­ses Bild. Vielmehr noch, so sind die Antarianer von »Aufstieg« ge­nau ge­nom­men, vom »Fluss Ihrer Seele«, zu­rück in die Elemente des Lebens über­zeugt. Nur so kann ih­rer Überzeugung, ei­ne Reinkarnation er­neut er­fol­gen. Jedoch er­wa­chet dem Ungläubigen ein an­de­res Schicksal. Seit Jahrtausenden be­fin­den sich die Postulate der »Großen Drei«, in den Geschichtsbüchern Antariens. Welchen Zweck sie­die­nen, of­fen­bar­te sich nur we­ni­gen Vorreitern und Denkern ih­rer Zeit, so wohl auch Acsis san Mh’elo Tha. Warum su­chen ver­wirr­te »LD/PC Charaktere« vgl. »Zustandsklassen« »Charakter Management«, das Meer? Es wur­de oft von an­de­ren Bewohnern be­ob­ach­tet, wie sie ein­fach in wie in Trance in das Meer lie­fen, und von dort nie wie­der ka­men. Wer ruft Sie? So sei­en ver­ein­zel­te Lupus ge­sich­tet wor­den, die den Verhaltensmustern die­ser LDPĆs zu Lebzeiten äh­nel­ten. Aber ge­nug der Thesen und Überlieferungen, kom­men wir zu den Fakten. Die Welt Antarien hat sei­ne Regeln. Keiner weiß wie al­les Anfing, kei­ner weiß wie oder wer al­les er­baut ha­be. Nur we­ni­ge ver­mö­gen die Zusammenhänge rich­tig­deu­ten.

Auf Grund dem Fehlen von Technologie, Wissen und Verständnis zur Zeit und Epoche des Machbaren, sind die Ozeane der per­fek­te Ort für ei­ne an­de­re zwei­te und noch düs­te­re Welt, in der brei­ten Bevölkerung Antariens. So ha­ben sich Schattenmächte auf mys­te­riö­ser Weise und ih­rer Zeit weit vor­aus, Technologien aus ver­mut­lich al­ten Hochkulturen an­ge­eig­net, um so ih­re ei­ge­ne neue Weltordnung Antariens er­he­ben. Gilt es dem Ziel der Rückführung in ei­ne pri­mi­ti­ve­re Epoche? Verkauft um des­sen Wissen im Glauben ih­rer Agitation, ver­steckt in den Allegorien ih­rer Postulate? Infiltration in al­len Ebenen der mög­li­chen Einflussnahme? Was oder wen be­kämp­fen Sie? Warum im Meer? Wo ste­hen die Serpents in die­sem Spiel? So scheint es in Genen ei­ner je­nen Rasse zu lie­gen, auch hier mit ei­nem win­zi­gem Funken von Hoffnung, dem an­t­a­ria­ni­schem Volk, sei­ner wah­ren Geschichte zu of­fen­ba­ren. Wir ha­ben nur ein Problem, sind sie reif für die­se Erkenntnis? Es wür­de ihr Weltbild, ih­re Fugen ih­rer tiefs­ten Überzeugung zer­stö­ren. Aber lest selbst, was der »Eine« zu er­zäh­len hat. Denn es gibt sie, die le­ben­den noch auf Antarien ih­rer Bestimmung ver­wei­len­den tran­szen­den­ten aus dem Meer ent­kom­men­den Wesen. Man wür­de Sie wohl heu­te als »Whistleblower« oder Überläufer be­zeich­nen. Aber hö­ren wir uns selbst sei­ne Geschichte an.

»Eine Stimme sprach zu mir, … komm die Sehnsucht auf Antworten all Deiner Fragen war­tet. Komm du weißt das et­was so ganz und gar nicht stimmt. Komm er­war­te mich, komm und geh ins Meer. Komm wir war­ten auf Dich. So wie in Trance ver­fal­len, von tie­fer Trauer um­ge­ben, ich ver­lor mei­nen Sohn am Tag zu­vor, nichts mehr zu ver­lie­ren, be­gab ich mich den Rufen des Meeres hin. Eine Kreatur riss mich in die Tiefen. Ich spür­te den töd­li­chen Druck in mei­nen Ohren, die Kälte, die Finsternis die mich um­gab. Ich wuss­te ich ster­be. Ich sah mei­ne Seele mich ver­las­sen, ich sah schreck­li­che Kreaturen, ich sah Biosphären und Monumente des Bösen, ich sah rie­si­ge Gefängnisskolonien, ich sah furcht­ein­flö­ßen­de Erntemaschinen am Meeresboden, ich sah Boote wel­che Unterwasserschwammen, gan­ze Imperien er­schaf­fen aus Materialen die ich nicht kann­te. Ich sah schil­lern­de Wesen um mich her­um, ich sah tau­sen­de un­zäh­li­ge selt­sa­me Gefäße mit un­se­rer Art den Antarianern, Tod und doch nicht Tod. Waren dies un­se­re Götter, wel­che uns einst er­schu­fen?«

Mit die­sen Worten ver­starb das im Fieber lie­gen­de und hal­lu­zi­nie­ren­de Wesen. Seine Augen un­ter­lie­fen sich mit ro­ten Petechien und wur­den tief­schwarz, sei­ne Haut pfahl­grau und eis­kalt. Ich ahn­te die Auswirkungen des Druckes aus der Tiefsee und dach­te bei mir, wie in­tel­li­gent doch die­ser dunk­le Ort ge­wählt sei. Kein Wesen kön­ne flüch­ten ein­mal in den Fängen und dem Druck des Ozeans ent­kom­men. In den fol­gen­den Wochen wur­de ich schwer krank, ich fie­ber­te und ver­gaß die­se Geschichte.

Meine Bestimmung woll­te es je­doch, dass ich Jahre spä­ter ein Papier fand auf dem ge­schrie­ben stand »Wir müs­sen die un­end­li­chen Tiefen der Meere Antariens ver­ste­hen, und wir ver­ste­hen un­se­re grau­sa­me Bestimmung als Teil die­ser düs­te­ren Welt […]«. Ich fing an mich zu er­in­nern, wie aus ei­nem tie­fen lan­gem Traum zu er­wa­chen. Welche Ironie, mein zwei­tes Leben be­gann im Meer und en­de­te im Fegefeuer.

Dem Wesen hier wie­der­fah­ren­dem Schicksal, nennt man in Antarien ei­nen »Sudden Drop«, Überlieferungen zur Folgeeinem gött­li­chem Aufstieg in die tran­szen­den­te Welt. Ob hier wohl ein Zusammenhang mit den mäch­ti­gen Detonationen am Himmel be­stehen, lässt sich im Moment noch nicht kau­sal be­stä­ti­gen. Die Wahrheit liegt wohl wie so oft im Auge des Betrachters. Oder soll­te ich Wahrheit mit Missbrauch und Betrachter mit Opportunist tau­schen?